Meine Geschichte

Wie mir das Tragen ungeahnte Freiheit schenkte

Bevor meine erste Tochter auf die Welt kam, wusste ich schon: Ich möchte sie tragen. Schließlich hatte ich das so schon vereinzelt bei anderen gesehen. Es sah interessant aus, das Kind damit von A nach B zu transportieren. Und so besorgten wir uns in unserem Nestbautrieb nicht nur einen Kinderwagen. Auch eine Tragehilfe lag schon bald bereit. Und dann irgendwann war es da, dieses kleine, zarte Mädchen. Durchflutet von all den positiv wirkenden Hormonen, beschnupperten wir uns, genossen ein recht entspanntes Wochenbett. Und irgendwann begann sie, diese Unzufriedenheit, sobald ich auch nur 2cm von ihr wich. Zufrieden war sie nur, wenn sie bei uns auf dem Arm war. Ablegen war überhaupt nicht möglich. Den Kinderwagen benutzen wir exakt dreimal. In ihm lag aber nicht unser Babymädchen. Vielmehr legten wir all die anderen Dinge ab, die wir unterwegs dabeihatten, damit wir die Hände frei hatten für unsere protestierende Tochter. Täglich konnte ich die Uhr danach stellen. Pünktlich um 17.30 Uhr begann das „Singkonzert“. Es war zermürbend.

 

Eine Mutter trägt ihr Neugeborenes in einem Tragetuch

Im Tragetuch erfährt das Neugeborene nicht nur die Wärme der Mutter. Auch Probleme im Wachstumsprozess werden von vorneherein gemindert.

Sag mal, wir hatten doch diese Tragehilfe

Die während der Geburt angeschafft Tragehilfe war wenig hilfreich. Sie machte es nur schlimmer. Ich fluchte. Doch dann gab mir ein Arbeitskollege ein Tragetuch. Gefühlte 10m lang. Unsere Hebamme zeigte uns mehr schlecht als recht, wie man dieses kleine Kind im Tuch verstaute. Und siehe da: Ruhe. Von einer Sekunde auf die nächste. Himmlische Ruhe. Es war beeindruckend. Fast schon unheimlich. Was schaffte dieses Stück Stoff, was ich mit aller Kraft nicht schaffte…

So wirklich bequem war mir das gebundene Tuch noch nicht. Das war in diesem Moment auch nicht wichtig. Die einkehrende Ruhe wiegte alles auf. Etwas später traf ich in einem Babyladen auf eine Trageberaterin. Sie zeigte mir, wie man das Tuch bequemer bindet. Damit öffnete sich eine Tür in eine völlig neue Welt: Freiheit, Unabhängigkeit, ein schmerzfreier Rücken und vor allem ein rundum zufriedenes Baby. Mehr und mehr lernte ich die Vorteile des Tragens kennen. Das so "alternativ und öko" anmutende Tragetuch hat mich mit diesen Erkenntnissen vollends überzeugt. Hätte ich nur eher gewusst, wo ich Hilfe bekomme. Es hätte uns so einige sorgenvolle Stunden erspart.

Finde hier deine Trageberaterin

Das Tragetuch wurde essentieller Alltagshelfer. Ein wahres Zaubermittel. Auf das Tragetuch war immer Verlass. Singstunde um 17.30 Uhr? Kein Problem. Ab ins Tuch und durchs Wohnzimmer tanzen. Morgenkonzert um 5.30 Uhr? Mit Kind im Tuch im Stechschritt raus in den Park. Familienfeiern mit viel Trubel genossen wir fortan ebenso, wie den ersten Wanderurlaub in den Alpen. Trotz eines Säuglings, der extrem viel Nähe und Zuwendung brauchte.

So begann unsere Tragegeschichte vor bald sieben Jahren. Was aus unserem Kinderwagen wurde? Ein treuer Einkaufswagen und mobiler Wickelplatz.